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Homöopathie und Anthroposophische Medizin sind komplementärmedizinische Verfahren, die in der Therapie homöopathische Potenzen als spezifisch wirksame Medikamente einsetzen. Eine beträchtliche Anzahl klinischer Studien belegt die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit beider Verfahren bei unterschiedlichsten Indikationen.
Den eingesetzten Medikamenten – den homöopathischen Potenzen – kann aber aufgrund herkömmlicher naturwissenschaftlicher Vorstellungen in höheren Verdünnungen bzw. Potenzstufen keine spezifische Wirksamkeit zugeschrieben werden, da bei diesen die Wahrscheinlichkeit praktisch gleich null ist, auch nur ein einziges Molekül der Ausgangssubstanz in den homöopathisch potenzierten Präparaten wiederzufinden. Es wird deshalb die Ansicht vertreten, dass sich die Wirkung solcher Präparate nicht von derjenigen des reinen Verdünnungsmediums unterscheidet und dass es sich deshalb in der Therapie um unspezifische Effekte handeln muss.
Aufgabe der Abteilung „Grundlagenforschung Homöopathie und Anthroposophische Medizin“ der KIKOM ist es, in präklinischen Studien zu untersuchen, ob homöopathischen Potenzen eine spezifische Wirkung zugeschrieben werden kann. Falls ja, ergeben sich als Fernziele die Optimierung der homöopathischen Pharmazeutik (Herstellungsverfahren, Haltbarkeit, etc.) und die Aufklärung der Wirkungsweise homöopathischer Potenzen (Grundgesetze, Wirkprinzipien, etc.). Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Frage der Reproduzierbarkeit geschenkt.
Generell verfolgen wir in der homöopathischen Grundlagenforschung ein 3-Säulen-Konzept:
1. physikochemische Strukturuntersuchungen der Arzneimittel
2. Bio-Assays mit Organismen verschiedener Komplexitätsgrade und Regulationsfähigkeiten (Mikroorganismen und Pflanzen)
3.
in vitro Untersuchungen von humanem Spenderblut.
Alle drei Ansätze decken spezifische Forschungsfelder ab, die sich gegenseitig ergänzen. Physikalische Messungen sind objektiv, einfach zu standardisieren, schnell und automatisierbar, jedoch schwer direkt mit einer klinischen Wirksamkeit in Zusammenhang zu bringen. Bio-Assays mit Lebewesen in ihrer Ganzheit verbinden die Anforderung nach einem Organismus mit einer Selbstregulationsfähigkeit mit derjenigen einer möglichst grossen Einheitlichkeit des Testsystem-Kollektivs. Humane Zellkulturen sind möglichst nah beim primären Zielobjekt homöopathischer Therapie, dem Menschen, zeigen aber auch eine entsprechend grosse interindividuelle Bandbreite, die einerseits die Reproduzierbarkeit erschwert, auf der anderen Seite aber auch Studien individueller Eigenschaften erlaubt.